Uraufführung im 1. Trinitatiskonzert

Erstellt am 04.07.2018

Die Musiker des Abends: Jens Hüttich und Yeon-HwaKo, Violine, Thorsten Jaschkowitz, Viola, Jiwon Na, Violoncello, Barbara Post, Kontrabass und Birgit Haverkock, Akkordeon

Noch nie ist ein solch großes Ensemble in den Trinitatiskonzerten aufgetreten, und doch bot die Trinitatiskirche den sechs Musikern eine passende Bühne. Die fünf Streicher und die Akkordeonistin begannen mit einer Bearbeitung von Bachs Konzert in f-Moll. Das Arrangement für diese Besetzung zeigte wunderbar, was für ein universeller Komponist der geniale Thomanerkantor war.

Es folgte die Uraufführung des Abends, Waltz à Lila des Franzosen Christian Dachez. Dachez selbst sagte zu seinem Werk, das unter dem Eindruck des Anschlages auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 entstand : „Man kann sich das Unerträgliche nicht vorstellen, und so sollen diese wenigen Noten die Vorstellung eines Gartens dort oben geben, der voll gleißenden Lichts ist - ein Garten, in dem die Menschen Reigen tanzen.“

Lila heißt der Hund der Redaktion, der den Anschlag überlebte. Waltz à Lila ist damit ein tief berührendes Werk, das gerne noch länger hätte klingen können. Der ebenfalls eher unbekannte Pole Józef Świder komponierte ein Werk voll musikantischer Freude und Spielwitz, das bei den Interpreten bestens aufgehoben war.

Eine Komposition von Astor Piazolla, dem „Vivaldi Argentiniens“, ist ein weiteres Paradestück für die Besetzung. Kein Wunder, dass die zahlreichen Zuhörer begeistert waren und viele den Abend beim anschließenden Fairen Umtrunk gern noch ausklingen ließen.

D. Gerlach